
Die Titanic: Der Mensch und seine Grenzen
Die Titanic zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Passagierschiffen der Geschichte. Bei ihrer Inbetriebnahme war sie nicht nur das größte Schiff weltweit, sondern wurde auch als Höhepunkt der damaligen Schiffbaukunst gefeiert. Neben der fortschrittlichen Technik bot sie außergewöhnlichen Komfort: exklusive Appartements, elegante Salons, einen Konzertsaal, ein beheiztes Schwimmbad, einen Gymnastikraum und sogar eine mehrstöckige Squash-Anlage - wahrhaft ein schwimmender Palast. Darüber hinaus wurde sie als unsinkbar angesehen, weshalb man auf eine ausreichende Anzahl von Rettungsbooten verzichtete.
Ihre erste Atlantiküberquerung verspricht ein Triumphzug zu werden. Am 10. April 1912 sticht die Titanic im englischen Southampton in See. Mehr als 2200 Menschen sind an Bord, darunter zahlreiche Prominente.
Der Abend des 14. April endet in absoluter Hochstimmung. Obwohl eine Warnung vor Eisbergen vorliegt, werden die Maschinen auf Hochtouren gefahren. Es ist eine mondlose, klare Nacht. Die See ist ruhig und hat eine Temperatur von -1 °C. Um 23.40 Uhr schlägt der Ausguck dreimal die Alarmglocke und meldet: „Eisberg direkt voraus!“ Ein verzweifeltes Manöver wird versucht - doch zu spät! Das Schiff wird leicht durchgeschüttelt und man hört ein Geräusch von reißendem Metall. Die Maschinen werden ausgeschaltet und die Titanic liegt scheinbar friedlich auf dem Meer. Doch unten strömt Wasser mit einer Geschwindigkeit von fünf Tonnen pro Sekunde in das Schiff.
Viertel nach zwölf: Kapitän Edward Smith muss feststellen, dass das Unmögliche geschehen ist und die Titanic in den nächsten zwei Stunden sinken wird. - Es hat sich gezeigt, wie schnell Menschenwerk vergehen kann. Allein Gott schafft Werke, die in Ewigkeit Bestand haben. (Fortsetzung morgen)