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26.
Okt Oktober
Lehre mich, HERR, deinen Weg: Ich werde wandeln in deiner Wahrheit.
Psalm 86,11

Christen in aller Welt - Leyla aus Südostasien

Leyla und ihr jüngerer Bruder wachsen in einer liberal-musli­mischen Familie auf. Die Mutter kümmert sich wenig um die Kinder, so dass Leyla die Verantwortung für sich selbst und ihren kleinen Bruder ganz allein tragen muss. Als die Ehe der Eltern zerbricht, heiratet die Mutter erneut. Ihr zweiter Mann nimmt den Islam sehr ernst, und Leylas Mutter trägt jetzt den Hidschab - den traditionellen Schleier muslimischer Frauen.

Leyla tut alles, um die Aufmerksamkeit und die Unterstützung ihrer Mutter zu gewinnen. „Ich wurde eine gehorsame Tochter“, erzählt sie später. Und das meint sie ernst. Stundenlang rezitiert sie nachts den Koran, versäumt keine Gebetszeit und sucht aufrichtig nach Gott. Doch vergeblich: Sie findet keinen Frieden, keine Ruhe, keine Gewissheit - und auch nicht die ersehnte Anerkennung ihrer Mutter. Immerhin kann Leyla nun ihre Schulbildung bis zum Abschluss fortsetzen. Während des Studiums teilt sie sich eine Wohnung mit einer christlichen Kommilitonin. Zögernd fragt sie, ob es störe, wenn sie sich nachts den Wecker stelle, um ihre Gebetszeiten einzuhalten. Die Mitbewohnerin verneint und so entwickeln sich Gespräche über Religion.

Leyla zeigt großes Interesse und beginnt, auch in der Bibel zu lesen, die sie von ihrer Mitbewohnerin erhält. Sie lernt Bibelverse auswendig und spürt einen Unterschied. „Es sind lebendige Worte, sie trösten mich.“ Leyla erkennt, dass die Bibel die Wahrheit ist. Sie glaubt, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, und nimmt Ihn als ihren Herrn und Retter an, der sie von aller Schuld befreit.

Zurück zu Hause, wird es für Leyla schwierig. Sie darf ihrer Mutter und dem strengen Stiefvater nichts von ihrem Glauben erzählen, wenn sie nicht den Bruch mit der Familie riskieren will. Doch der innere Konflikt wächst. Schließlich trifft Leyla eine Entscheidung: Sie zieht in eine eigene Wohnung und nimmt ihren leiblichen Vater, der arbeitslos und hilfsbedürftig ist, bei sich auf.