
„Warum bist du Atheist?“ (1)
Pedro, ein junger Südamerikaner aus bestem Elternhaus, war in seiner Kindheit sehr religiös. Doch mehr und mehr war er entsetzt über das Verhalten und die Heuchelei mancher Kirchenleute. Er besorgte sich freidenkerische Literatur und gründete zusammen mit anderen jungen Leuten eine atheistische Vereinigung.
Jetzt aber sehen wir ihn grübelnd an seinem Schreibtisch sitzen. Ganz plötzlich ist die Frage in ihm aufgestiegen: „Warum bist du Atheist?“ Die Argumente aus der Literatur kennt er zur Genüge, wirklich beweiskräftig erscheinen sie ihm jedoch nicht.
„Warum bist du Atheist?“ Die Frage lässt Pedro nicht los. „Kannst du denn beweisen, dass es keinen Gott gibt? Kannst du die materielle Welt mit ihren Gesetzen und ihrer zweckmäßigen Ordnung erklären? Und ist die Tatsache, dass du Gott noch nicht begegnet bist, denn schon ein Beweis dafür, dass es Ihn nicht gibt? Vielleicht hast du Ihn nicht auf die richtige Weise gesucht. Oder vielleicht hast du die Suche zu früh abgebrochen, wie ein Mann, der nach Gold sucht und gerade in dem Augenblick mit dem Graben aufhört, wo er der Goldader am nächsten ist. Dann hättest du - ähnlich wie der Goldgräber - nichts als den Staub und die Steine des Materialismus geerntet.“
Pedro überlegt weiter: „Zu behaupten, dass die Welt von selbst entstanden sei, ist dumm. Wenn ich aber sage, dass sie schon immer existiert hat, würde ich ihr göttliche Eigenschaften zuschreiben. Vielleicht habe ich mich noch nicht eingehend genug mit der Religion beschäftigt, um Gott finden zu können.“ So kam er zu dem Entschluss, Gott ernsthaft zu suchen.
(Fortsetzung morgen)