Mo Montag
12.
Okt Oktober
So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe.
Jesaja 55,11

Die wiedergefundene Bibel

Meine Mutter hatte viel für mich gebetet und nie die Hoffnung aufgegeben, dass ich mich eines Tages Gott zuwenden würde. Doch bereits im ersten Jahr meines Medizinstudiums entfernte ich mich noch weiter von Ihm. Da ich für mein ausschweifendes Leben Geld brauchte, verkaufte ich alles, was ich für entbehrlich hielt - darunter auch die Bibel, die meine Mutter mir mitgegeben hatte, als ich das Elternhaus verließ.

Später, während meiner Arbeit im Krankenhaus, wurde ich mit tiefem Leid und Elend konfrontiert.

Eines Tages wurde ein schwer verletzter Maurer eingeliefert. Sein Zustand war aussichtslos, und er wusste, dass er sterben würde. Doch sein glücklicher Gesichtsausdruck berührte mich zutiefst - umso mehr, als ich sah, wie sehr er litt.

Der Kranke hatte keine Angehörigen. Nach seinem Tod sichteten wir seine wenigen Besitztümer. Darunter war eine Bibel. Als ich sie aufschlug, erkannte ich sie sofort wieder: Es war die Bibel, die meine Mutter mir einst geschenkt hatte. Mein Name stand noch darin, ebenso der mir gewidmete Bibelvers in ihrer Handschrift: „Kehre um zu dem HERRN, so wird er sich deiner erbarmen!“ (Jesaja 55,7). Das traf mich tief ins Herz!

Der letzte Besitzer hatte offensichtlich oft darin gelesen - zahlreiche Stellen waren unterstrichen. Auch ich begann nun, die Bibel zu lesen. Dabei spürte ich, wie Gott zu mir sprach. Mein ganzes sündiges Leben und meine Entfernung von Gott zogen an mir vorüber. Erst als ich Jesus Christus als meinen Erretter und Herrn annahm, fand ich Frieden und Ruhe für mein Gewissen.