
Schuld(komplexe)?
„Sie reden zu viel von den Verfehlungen des Menschen! Wenn Sie die Sünde so stark betonen, wecken Sie Schuldkomplexe. Sprechen Sie lieber von der Güte Gottes!“
Diese Kritik, die Prediger des Evangeliums manchmal hören, richtet sich in Wahrheit gegen die Bibel selbst. Nehmen wir das Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ in Lukas 15 als Beispiel. Welcher von den beiden Söhnen nimmt teil am Fest des Vaters? Ist es der ältere Sohn, der sich seiner Schuld nicht bewusst ist und selbstgerecht auf seinen Bruder herabblickt? Oder ist es der jüngere Sohn, der nach einem ausschweifenden Leben zu seinem Vater zurückkehrt und ihm seine Schuld bekennt? Es ist der Jüngere!
Und was sagt Jesus Christus zu dem Zöllner Zachäus? „Der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist“ (Lukas 19,10).
Es ist wichtig zu betonen, dass wir keine „Schuldkomplexe“ hervorrufen. Wer sich vor Gott als Sünder erkennt, sieht sich selbst im Licht der Wahrheit - und das ist entscheidend für die Rettung! Zwar kann das Empfinden der Schuld schmerzhaft sein, doch es ist keineswegs das Ende, sondern ein hilfreicher und notwendiger Übergang. Die Liebe Gottes führt uns diesen Weg. Denn nur durch die Anerkennung der Schuld und das Bekenntnis vor Gott können wir Vergebung, Frieden und Freude finden. Das ist das Ziel Gottes für den Menschen.
Es lohnt sich, diesen Weg bis zum Kreuz von Golgatha zu gehen, wo Jesus Christus für Sünder gestorben ist.