
Glück im Unglück
In der Nacht zum 11. September 2024 stürzte ein großes Brückenteil der Carolabrücke in Dresden in die Elbe. Nur sieben Minuten vor dem Unglück hatte die letzte Straßenbahn die Elbbrücke überquert. Wie durch ein Wunder kam bei dem Unglück niemand zu Schaden. Dabei verkehren auf der Carolabrücke auch nachts mehrere Straßenbahnlinien - besonders an Wochentagen. Die Schlagzeilen der Tageszeitungen am nächsten Morgen lauteten: „Glück im Unglück!“ - „Schutzengel über Dresden“ - „Der liebe Gott liebt Dresden“.
Merkwürdig, dass Menschen bei einem Unglück immer wieder Gott ins Spiel bringen - besonders dann, wenn es nicht so glimpflich ausgeht wie in Dresden. Wird aus einem Unglück eine Katastrophe, fragen viele: „Wo war Gott?“ - „Warum lässt Gott das zu?“ - „Kann das ein Gott der Liebe sein?“
Es gibt ja nicht nur die großen Unglücksfälle, die durch die Medien gehen, sondern auch viele persönliche Krisen: Unfälle, Krankheiten, Verluste, Missgeschicke - Dinge, die uns das Leben schwer machen. Gott lässt sie zu, doch letztlich sind sie eine Folge der Sünde des Menschen, denn erst seit dem Sündenfall, als das erste Menschenpaar sich gegen Gott auflehnte, gibt es Leid, Elend und Unglück in dieser Welt. Niemand ist davor gefeit.
Dem Propheten Jeremia waren „Tage des Unglücks“ nicht fremd. Doch er hatte eine lebendige Beziehung zu Gott - Ihm vertraute er. Auch wir dürfen Zuflucht zu Ihm nehmen, Ihm unsere Not sagen. Er ist nur „ein Gebet weit“ von uns entfernt.
Herr, unsre Zeiten sind in Deiner Hand,
nichts kann uns treffen, was du nicht gesandt.
Nicht blindem Schicksal sind wir anvertraut,
nein, Deine Hand hat uns den Weg gebaut
und jedes Leid zum Guten uns gewandt.
Herr, unsre Zeiten sind in Deiner Hand!
Paula Botzen (1909-2000)