
Gedanken zum Markus-Evangelium
Beim Verhör vor dem Hohenpriester Kajaphas treten mehrere Zeugen mit widersprüchlichen Aussagen gegen Jesus auf. Doch Er schweigt - selbst als der Hohepriester aufsteht und Ihn zu einer Stellungnahme auffordert. Beeindruckend ist seine Sanftmut: Er vertraut sich Gott an, der gerecht richtet. So erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas: „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf“ (Jesaja 53,7).
Doch als der Hohepriester Ihn direkt nach seiner Identität fragt, bricht Jesus sein Schweigen. In seiner Antwort offenbart Er seine göttliche Herrlichkeit: „Ich bin“; das ist derselbe Name, mit dem sich der ewige Gott einst Mose offenbarte (vgl. 2. Mose 3,14). Mehr noch: Er ist der „Sohn des Menschen“, dem einmal das ganze Universum unterworfen sein wird. Jetzt sitzt Er zur Rechten Gottes, nachdem Er gestorben und auferstanden ist. Auch wenn Er derzeit seine Macht nicht ausübt, wird Er nach seiner Wiederkunft zuerst die Lebenden und später die Toten richten (vgl. 2. Timotheus 4,1).
Dann werden die Rollen vertauscht sein: Jesus Christus wird der Richter sein, während diejenigen, die Ihn jetzt anklagen und verwerfen, selbst vor Ihm stehen. Und sie werden Ihm auf tausend Fragen keine einzige Antwort geben können (vgl. Hiob 9,3).