So Sonntag
6.
Sep September
Die Hohenpriester aber und das ganze Synedrium suchten Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen; und sie fanden keins. Denn viele gaben falsches Zeugnis gegen ihn, aber die Zeugnisse waren nicht übereinstimmend. Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis gegen ihn und sprachen: Wir hörten ihn sagen: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen, und in drei Tagen werde ich einen anderen aufbauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und auch so war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend.
Markus 14,55–59

Gedanken zum Markus-Evangelium

Bei einer ordentlichen Gerichtsverhandlung wird ein Vergehen nach Recht und Wahrheit beurteilt. Doch hier im Synedrium herrschen skandalöse Zustände: „An der Stätte des Rechts, da war die Gottlosigkeit“ (Prediger 3,16). Man sucht krampfhaft nach Zeugnissen, um das bereits feststehende Todesurteil rechtskräftig zu machen. Doch es überrascht nicht, dass kein belastbares Zeugnis gefunden wird. Jesus Christus ist „der Heilige und Gerechte“ - niemand kann Ihn einer Sünde überführen. Prophetisch heißt es über Ihn: „Wer ist es, der mich für schuldig erklären könnte? Siehe, allesamt werden sie zerfallen wie ein Kleid, die Motte wird sie fressen“ (Apostelgeschichte 3,14; Johannes 8,46; Jesaja 50,9).

Die Feinde Jesu haben schon oft versucht, Ihm aus seinen eigenen Worten einen Strick zu drehen. Nun starten sie einen weiteren Versuch und greifen eine Aussage auf, die Jesus bei der Tempelreinigung gemacht hat. Wörtlich sagte Er: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten“ (Johannes 2,19). Doch Ihre verfälschte Wiedergabe verdreht völlig den Sinn seiner Worte. In Wahrheit würden sie Ihn gewaltsam zu Tode bringen, und Er würde nach drei Tagen leiblich auferstehen.

Wie paradox: Die Ankläger bringen ein Zeugnis hervor, das sich in diesem Moment erfüllt. Doch anstatt gegen Christus zu sprechen, offenbart es nur die große Sünde derjenigen, die Ihn verurteilen wollen.