
Gedanken zum Markus-Evangelium
Mehrmals hat Jesus seinen Jüngern angekündigt, dass Er viel leiden müsse. Doch sie haben Ihn nicht verstanden. Jetzt steht Er unmittelbar davor: Die Führer der Juden werden mit Hunderten von Soldaten kommen, um Ihn festzunehmen.
Warum geht der Herr jetzt nach Gethsemane? Er weiß doch, dass diese Schar, angeführt von Judas, Ihn genau dort suchen wird. Trotzdem wählt Er diesen Ort, dessen Name „Ölpresse“ bedeutet. Er ist bereit, die schwere Prüfung zu erdulden, die Ihn erwartet.
Wie gnädig ist es doch, dass Jesus seine Jünger zumindest teilweise an seinen Empfindungen teilhaben lässt, die Ihn in diesen Stunden überkommen. Werden sie dieses Mal mehr Mitempfinden zeigen?
Plötzlich beginnt der Herr, sehr bestürzt und beängstigt zu werden. Warum? Nie hat Er sich vor Menschen gefürchtet. Stets hat Er auf den Schutz und Beistand seines himmlischen Vaters vertraut. Es muss also etwas Außergewöhnliches sein …
Schließlich lässt Jesus sogar seine drei vertrautesten Jünger zurück und geht das letzte Stück allein. Eine unsagbare Not liegt auf seiner Seele - Er ist ja vollkommen Mensch, jedoch heilig, ohne Sünde. Seine Empfindungen sind deshalb keineswegs abgestumpft. Er sieht etwas Schreckliches auf sich zukommen: den Augenblick, wo Gott Ihn wegen unserer Sünden strafen und zugleich verlassen muss. Deshalb betet, fleht, weint und schreit Er (vgl. Hebräer 5,7). - Das berührt uns zutiefst.