
Im letzten Moment gerettet
In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 sammeln sich enorme Wassermassen im Ahrtal. Mit unvorstellbarer Macht bahnt sich das Wasser seinen Weg durch das Tal. Es reißt alles mit, was ihm im Weg steht: Autos, Brücken, Häuser, Bäume.
In einem der unteren Dörfer wohnt ein älteres Ehepaar in der Nähe des Flusses. Sie erhalten die Warnung, dass die Ahr „etwas“ über die Ufer treten würde. Mit einigen Helfern legen sie Sandsäcke vor die Türen. Sie fühlen sich sicher. Doch wenig später erleben sie, wie zügig das Wasser steigt. Und plötzlich geht alles sehr schnell: Das Wasser zerdrückt die Fensterscheiben im Erdgeschoss und strömt ins Haus. Jetzt geht es um Sekunden. Der Hausherr steht im Wohnzimmer. Er will gerade noch wichtige Unterlagen aus dem Schrank holen, als ihm das Wasser plötzlich schon bis zum Hals steht. Er stützt sich auf die Couch, die durchs Zimmer schwimmt. Jetzt sind es nur noch 10 Zentimeter Luft bis zur oberen Türkante. Im letzten Moment kann er durch die Tür schwimmen und gelangt zur Treppe. Er und seine Frau retten sich auf den Dachboden, da auch die zweite Etage schon bald überflutet ist …
Was für eine furchtbare Katastrophe! Jedem Betroffenen gilt unser tiefes Mitgefühl.
Während ich dies schreibe, denke ich an eine Flut, die Jesus Christus erlebte. Diese Flut wurde nicht durch übermäßigen Regen ausgelöst, sondern durch die Sünde und das gerechte Strafgericht Gottes über die Sünde. Die Psalmworte beschreiben seine Not: „Flut ruft der Flut zu beim Brausen deiner Wassergüsse; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen. … In Wassertiefen bin ich gekommen, und die Flut überströmt mich“ (Psalm 42,8; 69,3).
Jesus Christus, der Gerechte, litt für uns, die Ungerechten. Und wozu? Damit Er uns zu Gott führe (1. Petrus 3,18)! Da bleibt mir nur, von Herzen Danke zu sagen.