So Sonntag
5.
Jul Juli
Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet alle Anstoß nehmen, denn es steht geschrieben: „Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden.“ Aber nach meiner Auferweckung werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.
Markus 14,27.28

Gedanken zum Markus-Evangelium

Jesus ist mit seinen Jüngern auf dem Weg zum Ölberg. Er weiß genau, was Ihn in wenigen Stunden erwartet: Er wird gefangen genommen, verhört und gekreuzigt werden. Er weiß auch, dass die Jünger darauf mit Flucht reagieren werden (vgl. V. 50). Allein der Gedanke daran muss den Herrn tief getroffen haben.

Offenbar will der Herr seine Jünger vor den bevorstehenden Ereignissen warnen. Bisher haben sie sich in der Nähe des Herrn sicher gefühlt, weil Er sich um alles gekümmert hat. Doch nun wird sich vieles für sie ändern. Noch immer erwarten sie, dass Er sie von der römischen Besatzungsmacht befreit und sein Reich errichtet. Deshalb regt sich bei den Jüngern im ersten Moment Unverständnis, ja, sogar Unmut gegenüber ihrem Meister, als Er ihnen von seiner bevorstehenden Gefangennahme erzählt.

Dabei hätten sie wissen können, dass ihr Messias leiden und sterben musste. Nicht nur hatte Jesus selbst mehrfach davon gesprochen, auch zahlreiche Stellen im Alten Testament weisen darauf hin. So etwa im Prophetenbuch Sacharja, aus dem Jesus hier zitiert. „Ich“ - das ist Gott selbst; Er wird „den Hirten“ schlagen: Jesus, der Messias, wird weggetan werden (vgl. Daniel 9,26). Gott hatte seinen Sohn „emporgehoben“ - dieser war als König der Juden geboren worden - und Ihn „hingeworfen“ (Psalm 102,11). Die Folge: Die Schafe zerstreuen sich. Bis heute verstehen viele Menschen nicht, warum Gott seinen Sohn kreuzigen und sterben ließ …

Doch die Geschichte des geschlagenen Hirten endet nicht mit den zerstreuten Schafen. Gott hat „den großen Hirten der Schafe“ aus den Toten auferweckt (Hebräer 13,20). Und als der Auferstandene begegnet der Sohn Gottes seinen Jüngern dort, wo alles begonnen hatte - in Galiläa.