
Ein Blick in den Spiegel
Der Mann, von dem hier die Rede ist, wurde überfallen, ausgeraubt und halbtot liegengelassen. Er ist ein Bild von uns Menschen: Das Leben hat uns zugerichtet … es steht schlimmer um uns, als wir es wahrhaben wollen … und wir können uns selbst nicht helfen.
Zuerst nähert sich ein Priester, dann ein Levit, ein Tempeldiener. Beide sehen den Verletzten, doch beide gehen an der entgegengesetzten Seite vorbei. Hätte der Mensch von den frommen Männern nicht Hilfe erwarten können? Wenn sie nicht helfen, wer dann? - Religion kann uns nicht retten. Nun scheint alle Hoffnung verloren - oder?
Da kommt der Samariter - ein Mann aus einer Volksgruppe, die von den Juden verachtet wurde. Er sieht den Verwundeten … wird innerlich bewegt … tritt zu ihm … und verbindet seine Wunden. So hat sich auch Jesus Christus, der von seinen Zeitgenossen verachtet wurde, voller Liebe der Probleme angenommen, die durch die Sünde entstanden waren. Er hat sogar „für uns sein Leben hingegeben“ (1. Johannes 3,16).
Schließlich setzt der Samariter den Verletzten auf sein eigenes Tier und bringt ihn in die Herberge, wo sich der Wirt bis zu seiner Rückkehr um ihn kümmern soll. Die Herberge, in die Jesus Christus die Geretteten gebracht hat, steht sinnbildlich für die Versammlung (Gemeinde), die Wohnung Gottes auf der Erde. Und der „Herbergsvater“ erinnert uns an den Heiligen Geist, der sich für die, die Christus angehören, „Gott gemäß verwendet“, bis Christus wiederkommt, um sie zu sich in den Himmel zu holen (Römer 8,27).