
Gedanken zum Markus-Evangelium
Während Maria von Bethanien den Herrn Jesus Christus mit ihrem kostbaren Öl salbt, regt sich Unmut. Einige von Simons Gästen fahren sie scharf an. Sie sprechen von Verschwendung: „Dieses Salböl hätte für mehr als dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben werden können.“ Maria schweigt. Sie muss sich nicht verteidigen, denn Jesus ergreift das Wort und stellt sich schützend vor sie. Den Anklägern scheinen die Armen wichtiger zu sein als der Sohn Gottes. Hier erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas: „Er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet“ (Jesaja 53,3).
„Hätte … den Armen gegeben werden können“, meinen sie. Jesus greift die Möglichkeitsform auf und entlarvt ihre wahren Motive: „Wenn ihr wollt …“ Er sieht in ihre Herzen. Weder geht es ihnen um die Ehre Gottes noch um wahre Fürsorge für die Armen. Judas, der hier der Wortführer ist, liebte das Geld - und war ein Dieb (vgl. Johannes 12,6).
„Sie hat getan, was sie vermochte.“ Ein größeres Lob kann ein Mensch kaum von dem Sohn Gottes erhalten. Ein gutes Werk an Ihm zu tun, steht im krassen Gegensatz zu der Habsucht, die sich hinter dem scheinheiligen „hätte … können“ verbirgt.
So wie der Verrat des Judas zum Inbegriff des Bösen wurde, bleibt auch Marias Tat unvergessen. Sie zeigt, was das Evangelium im Herzen eines Menschen bewirken kann: völlige Hingabe an Jesus Christus.