
Gedanken zum Markus-Evangelium
In seiner Endzeitrede fordert der Herr Jesus seine Jünger viermal auf: „Gebt acht!“ Besonders warnt Er vor Verführern, die im Volk der Juden großen Schaden anrichten werden. Im letzten Abschnitt hören wir den dreifachen Appell: „Wacht!“ Die bevorstehende Lage ist offensichtlich ernst. Bis zu dem Augenblick, wo der Herr auf die Erde zurückkehrt, um Gericht zu halten und anschließend sein Friedensreich aufzurichten, sollen seine Jünger Ihm treu dienen. Dazu gebraucht Er ein Gleichnis.
Zur Zeit Jesu unternahmen Großgrundbesitzer oft Reisen ins Ausland und übertrugen während ihrer Abwesenheit ihren Knechten die Verwaltung von Haus und Hof. Genauso wird Jesus selbst in den Himmel zurückkehren und dort eine Zeit lang bleiben. Während seiner Abwesenheit hat jeder Gläubige seine Aufgabe zu erfüllen.
Doch wer ist der „Türhüter“? Er steht für die Gläubigen, denen der Herr eine besondere Verantwortung anvertraut hat: die Bewahrung des Glaubens. Wer geistlich „schläft“, hat die Ankunft des Herrn aus den Augen verloren und unterscheidet sich äußerlich nicht von denen, die ihr Glück im Hier und Jetzt suchen und keine Hoffnung im Blick auf das Jenseits haben.
Noch ist der „Herr des Hauses“ nicht gekommen. Ob es die Brautgemeinde Jesu ist, die ihre Entrückung zu Christus in den Himmel vor der Zeit der Drangsal erwartet, oder ob es die gläubigen Juden sind, die durch diese Zeit hindurchgehen - für alle gilt: Wacht!