
Unerwartete Hoffnung
Am 7. Juni 1903 verlässt der Passagierdampfer „Liban“ den Hafen von Marseille mit Kurs auf Korsika. Eine Passagierin, Madame S., ist beunruhigt und sucht nach einem Begleiter, der ihr im Fall eines Unglücks zur Seite stehen kann. Ein Mitreisender namens René bietet ihr seine Hilfe an. Doch Madame S. lehnt sein Angebot mit einer gewissen Geringschätzung ab - sie hält ihn für wenig robust und im Ernstfall für unfähig, ihr beizustehen. Das Meer ist ruhig, das Wetter ideal. Alles deutet auf eine sichere Überfahrt hin. Doch am Ausgang des Hafens von Marseille taucht plötzlich ein anderes Schiff, die „Insulaire“, aus einer Meerenge hinter der Insel Maïre auf und steuert direkt auf die „Liban“ zu. Die Kollision ist unvermeidlich. Innerhalb weniger Minuten sinkt die „Liban“ und reißt viele Passagiere mit in die Tiefe.
Madame S. wird bewusstlos aus dem Wasser gezogen und auf ein kleines Boot gebracht, das den Schiffbrüchigen zu Hilfe eilt. Als sie wieder zu sich kommt, erfährt sie, wem sie ihr Leben verdankt: René, den sie für unfähig gehalten hatte! Mit Geschick und Ausdauer hatte er sie so lange über Wasser gehalten, bis die Rettungskräfte eintrafen.
Ein Passagierdampfer versinkt an einem heiteren Tag auf ruhiger See - unerwartet und endgültig. Auch unser Leben kann plötzlich zu Ende gehen. Deshalb ist es entscheidend, vorzusorgen und einen Retter an seiner Seite zu haben. Jesus Christus, der Sohn Gottes, bietet sich jedem Menschen an. Doch viele halten Ihn nicht für tauglich. Dass ein Mann, der am Kreuz starb, der „Heiland der Welt“ sein soll, erscheint dem Verstand als Torheit. Doch wer Gottes Wort glaubt, erfährt, dass Christus „Gottes Kraft und Gottes Weisheit ist“ (1. Korinther 1,24).