
Gedanken zum Markus-Evangelium
Beim Lesen dieser drei Verse fallen zwei Dinge auf:
- Die Jünger, zu denen Jesus damals sprach, leben schon lange nicht mehr. Wann also haben sie den „Gräuel der Verwüstung“ gesehen?
- Der Herr setzt bei seinen Jüngern voraus, dass sie wissen, was mit „Gräuel der Verwüstung“ gemeint ist.
Zu 1.: Die Zwölf haben den „Gräuel der Verwüstung“ nie selbst gesehen. Sie repräsentieren hier die gläubigen Juden der zukünftigen Drangsalszeit, die in Israel eine Minderheit bilden und brutal verfolgt werden.
Zu 2.: Die Jünger kannten das Alte Testament und waren mit dem Buch Daniel vertraut. Dort wird an drei Stellen ein „Gräuel“ erwähnt. Am deutlichsten ist Kapitel 12,11: „Und von der Zeit an, da das beständige Opfer abgeschafft wird, und zwar um den verwüstenden Gräuel aufzustellen, sind 1290 Tage.“ Ein „Gräuel“ ist etwas, was Gott völlig zuwider ist. Dort, wo die Juden dem lebendigen Gott ihre Opfer bringen - im Tempel -, wird der Antichrist Platz nehmen und sich als Gott verehren lassen. Zudem wird er anordnen, ein Bild aufzustellen, das dem Herrscher des Römischen Reichs geweiht ist. Jeder wird gezwungen, es anzubeten. Wer sich weigert, wird durch dieses Bild getötet (vgl. 2. Thessalonicher 2,4; Offenbarung 13,14.15).
Es wird eine schreckliche Zeit sein. Doch beachten wir: Der Antichrist wird erst dann auftreten, wenn der Heilige Geist und die Versammlung (Gemeinde) nicht mehr auf der Erde sind (vgl. 2. Thessalonicher 2,1-8). Die Drangsal wird das Volk der Juden treffen - daher gilt die Aufforderung speziell für jene, „die in Judäa sind“.