
Gedanken zum Markus-Evangelium
In den weltlichen Geschichtsbüchern würde dieser Bericht über eine arme Witwe wohl keinen Platz finden. Wer interessiert sich schon für jemanden, der nur einen Cent spendet? Doch für Gott war es wichtig, diese Begebenheit in seinem Wort festzuhalten - weil Er uns damit eine bedeutende Lektion vermitteln will.
Betrachten wir den Kontext, fällt auf, dass zuvor von Schriftgelehrten die Rede ist, „die die Häuser der Witwen verschlingen“ (V. 40). War „die arme Witwe am Schatzkasten“ eins ihrer Opfer? Möglich wäre es.
Auffällig ist auch der Gegensatz zwischen dem Verhalten der Witwe und dem der Schriftgelehrten: Die Frau gibt alles, was sie hat - sie hingegen nehmen alles, was sie kriegen können.
Es war durchaus lobenswert, dass die Reichen hier viel in den Schatzkasten einlegten, denn das Geld wurde für den Unterhalt des Tempels gebraucht. Was die zwei Scherflein der Witwe betraf - auf diese winzige Summe hätte man getrost verzichten können. Und hätte sie nicht wenigstens eine der beiden Münzen für sich behalten sollen?
Doch der Herr Jesus misst ihrer kleinen Spende größten Wert bei. Denn bei Ihm zählt nicht, wie viel wir geben, sondern wie viel wir für uns übrig lassen. Er freut sich über unsere Liebe und unseren Glauben. Denn wenn wir trotz Armut reichlich geben, setzen wir unser Vertrauen darauf, dass Gott für uns sorgen wird.