So Sonntag
4.
Jan Januar
Und Jesus sprach in seiner Lehre: Hütet euch vor den Schrift­gelehrten, die in langen Gewändern umhergehen wollen und die Begrüßungen auf den Märkten lieben und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern; die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten. Diese werden ein schwereres Gericht empfangen.
Markus 12,38–40

Gedanken zum Markus-Evangelium

Als Jesus Christus vor etwa 2000 Jahren in Israel lebte und lehrte, waren seine Zuhörer tief erstaunt über seine Worte, „denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.“ Es war Gott selbst, der durch seinen Sohn „Worte ewigen Lebens“ sprach - Worte, die Herz und Gewissen der Menschen berührten (Markus 1,22; Johannes 6,68).

Ganz anders war es bei den damaligen Schriftgelehrten. Ihre Worte hatten wenig Kraft, weil sie sich nicht auf das Wort Gottes im Alten Testament, sondern auf die religiöse Tradition stützten. Doch nicht nur ihre Lehre war mangelhaft - auch ihr Verhalten war verwerflich. Ihre sechs erwähnten Handlungsweisen lassen sich auf zwei Hauptmotive zurückführen: „Egois­mus“ und „Heuchelei“.

Die langen Gewänder waren Ausdruck der Selbstdarstellung.

Die Begrüßungen auf den Märkten offenbarten ihr Verlangen nach öffentlicher Anerkennung.

Die ersten Sitze in den Synagogen und Ehrenplätze bei den Gastmählern zeigten ihre anmaßende Haltung im religiösen wie im gesellschaftlichen Leben.

Ihre Habsucht und Heuchelei wurden besonders darin sichtbar, dass sie nicht einmal davor zurückschreckten, sich an den Schwächsten der Gesellschaft zu bereichern - während sie gleichzeitig lange Gebete hielten.

Das Urteil des Herrn über die Schriftgelehrten verdeutlicht ein göttliches Prinzip: Je vertrauter wir mit Gottes Willen sind, desto größer ist unsere Verantwortung, danach zu handeln.