So Sonntag
12
Jan Januar
Dies aber sagte Kajaphas nicht von sich selbst aus, sondern da er jenes Jahr Hoherpriester war, weissagte er, dass Jesus für die Nation sterben sollte; und nicht für die Nation allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte. Von jenem Tag an beratschlagten sie nun, ihn zu töten.
Johannes 11,51–53

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Der Hohepriester Kajaphas hat der Ratsversammlung erklärt, dass es nützlich sei, wenn ein Mensch - nämlich Jesus Christus - für das Volk stirbt, damit die ganze Nation vor einem Krieg mit den Römern verschont bliebe (V. 50).

Bewerten wir diesen Gedanken einmal unter drei Aspekten:

  1. Politisch gesehen ist es ein geschickter Vorschlag: Man verfolgt Ziele, die für die Mehrheit des Volkes scheinbar zweckmäßig und vorteilhaft sind.
  2. Die Moral bleibt hierbei völlig auf der Strecke. Die Worte von Kajaphas sind von einem zynischen, kaltblütigen Geist bestimmt. Er ist bereit, den heiligen und gerechten Sohn Gottes zu töten, um eine schuldige Nation zu schützen.
  3. Entgegen seinen bösen Absichten hat der Hohepriester mit seinen Worten zugleich eine Prophezeiung ausgesprochen, die die Gedanken Gottes über den Tod Jesu offenbart. Das zeigen die erklärenden Worte in unseren Tagesversen.

Wie souverän ist Gott in den Mitteln, die Er benutzt! - Tatsächlich war der Herr Jesus gekommen, um für sein Volk zu sterben. Er wollte es „erretten von ihren Sünden“ (Matthäus 1,21). Doch zugleich war Er der „Heiland der Welt“. Durch den Tod Christi ist eine große Gemeinschaft von Gläubigen aus Juden und Heiden entstanden. Sie sind Kinder Gottes und stehen als solche nicht getrennt voneinander, sondern werden zusammengeführt, um die eine Familie Gottes zu bilden. - Doch davon ahnten die Feinde Jesu nichts.