So Sonntag
10
Nov November
Als nun Jesus kam, fand er ihn schon vier Tage in der Gruft liegen. Bethanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien weit; viele von den Juden aber waren zu Martha und Maria gekommen, um sie über ihren Bruder zu trösten. Martha nun, als sie hörte, dass Jesus komme, ging ihm entgegen. Maria aber saß im Haus.
Johannes 11,17–20

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Nachdem Jesus die Nachricht von den beiden Schwestern erhalten hatte, blieb Er noch zwei Tage mit seinen Jüngern an dem Ort, wo sie sich aufhielten. Dann waren sie vermutlich zwei Tage zu Fuß unterwegs, bis sie Bethanien erreichten. Als sie dort ankamen, hatte der Tod bereits sein Werk getan: Lazarus lag schon seit vier Tagen im Grab. Nach orientalischer Sitte hatte man den Toten am Sterbetag bestattet.

Nebenbei bemerkt war im damaligen Israel eine Feuerbestattung nicht üblich. Schon in alter Zeit wurden die Toten begraben. So kündigte Gott es dem Patriarchen Abraham an, und so war es bei Mose, den Gott selbst begraben hat (1. Mose 15,15; 5. Mose 34,6). Der menschliche Körper hat bei Gott einen hohen Stellenwert. Das wird schon dadurch deutlich, dass die Bibel den Körper der Erlösten „Tempel des Heiligen Geistes“ nennt. Außerdem wird der sterbliche Körper, der in die Erde gelegt wird, mit einem Samenkorn verglichen, das gesät wird und das eines Tages wieder aufersteht und verwandelt wird (1. Korinther 6,19; 15,35–48). Diese Tatsache bringt die Erdbestattung angemessen zum Ausdruck.

Zurück zum Trauerhaus in Bethanien: Viele Juden sind gekommen, um die Schwestern über ihren Verlust zu trösten. Martha, die einmal bei einem Besuch des Herrn übermäßig aktiv und besorgt war, zeigt sich auch jetzt wieder aktiv: Sie macht sich auf und geht dem Herrn entgegen. Maria dagegen kann warten. Damals saß sie ruhig zu den Füßen Jesu, jetzt sitzt sie ruhig im Haus und trauert (vgl. Lukas 10,38–42).