Di Dienstag
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Jun Juni
Kehre zurück …, spricht der HERR; ich will nicht finster auf euch blicken. Denn ich bin gütig, spricht der HERR.
Jeremia 3,12

Vor vielen Jahren verließ eine junge Frau ihr Heimatdorf und zog in die Großstadt, um dort zu arbeiten. Ihre verwitwete Mutter, eine gläubige Christin, fragte sich nicht ohne Sorge, ob ihre Tochter Maria ihr Leben dort so führen würde, wie Gott es wollte.

In der neuen Umgebung geriet Maria bald auf die schiefe Bahn. Ihre Mutter konnte das an ihren Briefen merken, die mit der Zeit seltener kamen und immer kürzer und kühler wurden. Schließlich erhielt sie überhaupt keine Nachricht mehr. Ihre eigenen Briefe kamen mit dem Vermerk „Unbekannt verzogen“ zurück.

Die Mutter machte sich große Sorgen. Eines Tages hörte sie, dass ihre Tochter in der Stadt gesehen worden war. Sofort machte sie sich auf den Weg in die Stadt, um ihr Kind zu finden. Tagelang suchte sie vergeblich, und sie war nahe daran, aufzugeben. Da kam ihr plötzlich ein Gedanke! Sie ließ sich fotografieren und bat dann in verschiedenen Kneipen und Bars darum, Abzüge des Fotos aushängen zu dürfen. Dann reiste sie wieder nach Hause.

Nicht lange danach betrat die Tochter eine dieser Kneipen und sah das Foto. „Die Frau sieht aus wie meine Mutter“, stellte sie fest und trat näher. „Ja, sie ist es wirklich!“, rief sie und sah genauer hin. Da las sie unter dem Foto die Worte: „Maria, ich liebe dich noch immer!“

Das hatte Maria nicht erwartet. Sie stellte sich vor, wie ihre Mutter sie in diesem verrufenen Stadtviertel gesucht hatte. Plötzlich musste sie an ihre glückliche Kindheit denken und an die Gebete ihrer Mutter. Sie kämpfte noch eine Weile mit sich, dann beschloss sie, heimzukehren. Überglücklich schloss die Mutter sie in die Arme. Und ihre Freude wurde noch größer, als Maria einige Zeit später den Herrn Jesus als ihren persönlichen Retter und Heiland annahm.