So Sonntag
6.
Dez Dezember
Und die Vorübergehenden lästerten Jesus, indem sie ihre Köpfe schüttelten und sagten: Ha, der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst und steige herab vom Kreuz. Ebenso spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten untereinander und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Der Christus, der König Israels, steige jetzt vom Kreuz herab, damit wir sehen und glauben. Auch die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn.
Markus 15,29–32

Gedanken zum Markus-Evangelium

Es ist zwischen 9:00 und 12:00 Uhr. Jesus, der Sohn Gottes, hängt am Kreuz! Die vollständige Inschrift, die über Ihm angebracht ist, lautet: „Dieser ist Jesus, der Nazaräer, der König der Juden.“ Da Golgatha nicht weit von der Stadt entfernt ist, können auch vorbeikommende Passanten erkennen, was geschehen ist. Auch sie beteiligen sich nun an der Hassflut, die sich in Form von Lästerung und Spott über Jesus ergießt.

Hier erfüllt sich das nächste Schriftwort aus dem Alten Testament: „Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie reißen die Lippen auf, schütteln den Kopf.“ Jesus wird verspottet, wobei sich die Spötter zu Unrecht auf seine eigene Aussage berufen. Doch was hatte Jesus wirklich gesagt? „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten“ (Psalm 22,8; Johannes 2,19). Gemeint war nicht der Tempel des Herodes, sondern sein eigener Körper. Diesen Tempel würden sie - nicht Er - abbrechen, das heißt: Ihn töten. Genau das geschieht gerade. Und nach drei Tagen würde Er vom Tod auferstehen.

Wie treffend ist das Wort: „Andere hat er gerettet“ - es fasst das ganze Leben Jesu zusammen. Zugleich ist es der Beweis, dass Jesus der verheißene Messias ist. Doch wie verfehlt ist ihre Forderung, Jesus solle seine Macht durch Selbstrettung beweisen. Nichts davon hätte sie zum Glauben geführt. - Gerade weil der Sohn Gottes sich nicht selbst rettete, ist Er der Retter der Welt geworden.