
Glauben, um zu verstehen
Seit dem 18. Jahrhundert gilt die wissenschaftliche Beweisführung als Grundlage allen Wissens. Der aufgeklärte Mensch glaubt nur das, was er versteht und was eindeutig bewiesen ist. Alles andere wird mit Skepsis betrachtet. Kurz: Man will zuerst verstehen und dann glauben.
Der durch die Bibel belehrte Mensch hingegen geht anders vor: Zuerst glaubt er dem, was Gott sagt: „Der Glaube ist aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort“ (Römer 10,17). Daraufhin schenkt Gott ihm ein tieferes Verständnis für das, was er glaubt. Kurz: Er glaubt Gott, um zu verstehen.
Prinzipiell kann der Mensch nur das verstehen, was in seinem begrenzten Bereich liegt. Gottes Bereich dagegen ist allumfassend. Gott kann Dinge tun, die unser Verstand für unmöglich hält. „Was bei Menschen unmöglich ist, ist möglich bei Gott.“ Nur der Glaube kann es erfassen und als Realität akzeptieren. „Dem Glaubenden ist alles möglich“ (Lukas 18,27; Markus 9,23).
Der bekannte Kirchenlehrer Augustinus (354-430) sagte: „Verstehen ist der Lohn des Glaubens. Ihr müsst also nicht verstehen, um zu glauben, sondern glauben, um zu verstehen! Denn wenn ihr nicht glaubt, werdet ihr nicht verstehen.“
Gott hat den Glauben als Mittel zu unserer Errettung gegeben. Zuerst muss ich glauben, dass allein das Opfer von Jesus Christus meine Schuld tilgen kann. Dann öffnet Gott meine Augen für weitere Aspekte seines wunderbaren Heilsplans. Nach und nach verstehe ich mehr von Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit, von der Abscheulichkeit der Sünde, von dem großartigen Erlösungswerk, das Jesus Christus am Kreuz vollbracht hat, und den daraus entstandenen Segnungen. Auch lerne ich mehr und mehr über das rechte Verhalten als Christ und über die Zusammenhänge in der Bibel.
„Durch Glauben verstehen wir …“!