
Zuviel des Guten?
Übertreibt Lukas hier nicht mit seiner Berichterstattung und sind einige Details nicht überflüssig? Keineswegs! Jedes einzelne Wort ist von Gott inspiriert.
Lukas ist Historiker und will wahrheitsgemäß berichten. Er hat sorgfältig recherchiert (Kap. 1,1-4) und beschreibt nun, wer wann und wo herrschte - um dann, im „Schnittpunkt“ dieser Personen, Johannes als Wegbereiter von Jesus Christus anzukündigen.
Doch diese Aufzählung ist nicht nur ein politisches, sondern zugleich ein sittlich-moralisches Bild. Denn wer wird hier genannt? Pontius Pilatus, der römische Statthalter, der sich als willensschwach und bestechlich erweist; Herodes, der Vierfürst, der Ehebruch begeht und seinem Bruder Philippus die Ehefrau ausspannt; die Hohenpriester Annas und Kajaphas, die das jüdische Volk machtbesessen und korrupt beherrschen. Sie alle sind wenige Jahre später am Komplott und Verbrechen gegen Jesus Christus beteiligt - und werden schuldig an Ihm.
Wusste Gott nicht, wie böse die Zeit war? Natürlich - aber gerade in diese Dunkelheit sandte Er seinen Sohn. Und genau dort erhält Johannes den Auftrag, die „Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden“ zu predigen und die Menschen auf den kommenden Messias vorzubereiten (Micha 2,3; Galater 4,4; Lukas 3,3).
Wie gut, dass Gott nicht auf bessere Zeiten gewartet hat! Auch heute ist Er bereit, gerade in „verkorkste“ oder scheinbar hoffnungslose Lebensumstände hineinzukommen. Denn noch immer sucht Er, „was verloren ist“ (Lukas 19,10).