
Kein Stein auf dem anderen
Der Tempel, der von Herodes dem Großen erbaut wurde, war prächtig. Die Bauzeit des gesamten Tempelkomplexes betrug mehrere Jahrzehnte.
Jesus Christus ehrte den Tempel als das Haus Gottes. Aber Er sagte den Jüngern auch voraus, dass der Tempel bald völlig zerstört werden würde. Das geschah, als der römische Feldherr Titus 70 n. Chr. Jerusalem eroberte. Der jüdische Historiker Josephus berichtet, Titus habe Anweisung gegeben, den Tempel nicht zu zerstören. Doch dann verschanzten sich die letzten jüdischen Verteidiger der Stadt im Tempel. Da warf ein römischer Soldat eine Brandfackel durch ein Fenster und das ganze Gebäude ging in Flammen auf. Später wurden sogar noch die Ruinen des Tempels abgetragen. Buchstäblich blieb „nicht ein Stein auf dem anderen“, so wie es Jesus Christus prophezeit hatte.
Warum erlaubte Gott, dass das passierte? Weil ein prächtiges Gebäude, in dem Gottesdienste abgehalten werden, nutzlos ist, wenn die Gottesdienstbesucher keinen Glauben haben. Leider hatten die Menschen in Israel den Herrn Jesus nicht als ihren Messias erkannt, sondern verlangt, dass Er gekreuzigt wurde. Sie nahmen das Evangelium auch dann nicht an, als es ihnen die Jünger Jesu nach dem Tod und der Auferstehung Christi verkündeten; im Gegenteil: Sie verfolgten die Boten Christi. Darum erlaubte Gott, dass ihr Tempel zerstört wurde. Wer den Sohn Gottes verwirft, braucht kein prächtiges Gotteshaus. Stattdessen fordert Gott auf, „dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat“ (Johannes 6,29).