
Gedanken zum Markus-Evangelium
Gerade hat Jesus seinen Jüngern angekündigt, dass sie alle Anstoß an Ihm nehmen werden, wenn man Ihn gefangen nimmt, verurteilt und kreuzigt. Das ist beschämend für die Jünger. Doch wer von ihnen nimmt das Wort des Herrn an?
Drei Jahre lang haben die Jünger ihren Herrn auf Schritt und Tritt begleitet. Immer war Er der Dienende unter ihnen. Wenn je jemand von Herzen demütig und sanftmütig war, dann Er. Und noch etwas haben die Jünger beobachten können: Nie musste der Herr ein einziges Wort zurücknehmen. Was Er sagte, war immer wahr - ob mitfühlend oder in göttlicher Vollmacht gesprochen.
Die Jünger zeigen eine völlig andere Haltung: Sie sehnen sich danach, mit Christus zu regieren und dabei selbst groß herauszukommen. Vor diesem Hintergrund verstehen wir, warum sie unterwegs einmal darüber gesprochen haben, wer von ihnen der Größte sei (Kap. 9,34).
Petrus sieht jetzt den Augenblick gekommen, in dem er ein für alle Mal beweisen will, dass er weit über den anderen Jüngern steht. Er zweifelt offensichtlich nicht daran, der Größte unter ihnen zu sein. Dass andere versagen könnten, hält er für möglich, doch für sich selbst schließt er es aus. Gleich zweimal widerspricht Er dem Herrn mit vollmundigen Worten und beteuert schließlich seine große Liebe zu Ihm.
Wie wenig kannte Petrus sich selbst! Nicht einmal, nicht zweimal, sondern dreimal verleugnete er den Herrn. - Nur wer ganz dem Herrn und seiner Kraft vertraut, wird nicht straucheln.