
Gedanken zum Markus-Evangelium
Wer von den zwölf Jüngern Jesu hätte je gedacht, dass einer von ihnen ihren Meister an die Hohenpriester ausliefern würde? Niemand! Doch genau das geschah! Wie erschreckend, dass man sich einerseits zu Jesus Christus bekennen kann, aber andererseits innerlich unberührt von seiner Liebe bleibt und für ewig verloren geht.
In allen vier Evangelien wird Judas Iskariot immer als derjenige genannt, der Jesus verriet. Diese schändliche Tat kennzeichnete ihn. Sein Verrat an die Feinde Jesu war kein spontaner Fehltritt, sondern entsprang einem Herzen, das längst vom Bösen erfüllt war.
Wie tief es den Herrn schmerzte, von einem seiner Vertrauten hintergangen zu werden, zeigt Psalm 55: „Denn nicht ein Feind ist es, der mich höhnt, sonst würde ich es ertragen; nicht mein Hasser ist es, der gegen mich großgetan hat, sonst würde ich mich vor ihm verbergen; sondern du, ein Mensch wie ich, mein Freund und mein Vertrauter; die wir vertrauten Umgang miteinander pflegten, ins Haus Gottes gingen mit der Menge“ (V. 13-15).
Judas ist uns eine ernste Warnung vor der Geldliebe. Das ist eine Gefahr für alle Menschen. Paulus schreibt an Timotheus: „Die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen, der nachstrebend einige von dem Glauben abgeirrt sind.“ Bei Judas nutzte der Teufel seine Gier, um böse Absichten in sein Herz zu säen (1. Timotheus 6,10; vgl. Johannes 13,2).
Für dreißig Silberstücke - den Preis eines Sklaven (2. Mose 21,32) - „verkaufte“ Judas seinen Herrn. Mehr war ihm Jesus nicht wert.