
Jesus Christus kennenlernen - Unkonventionell
Was hat der fromme Pharisäer und Gelehrte Nikodemus im Sinn, als er eines Nachts zu Jesus kommt? Jesus ist unter den Religionsgelehrten in Israel umstritten. Sie spüren, dass dieser einfache Zimmermann aus Nazareth etwas Besonderes ist. Seine Weisheit und seine Wunder sind unbestritten, doch die Schwerpunkte seiner Predigt bereiten ihnen Schwierigkeiten. Was Jesus lehrt, ist unkonventionell und verstört die Frommen. Mehr und mehr ärgern sie sich über Jesus. Auf welcher Seite steht Nikodemus? Er begrüßt Jesus mit anscheinend großem Respekt und spricht Ihn als „Rabbi“ an, obwohl Jesus keine theologische Ausbildung genossen hat.
Die religiöse Debatte ist eröffnet. Üblich und höflich wäre nun, dass Jesus Nikodemus ebenfalls mit Ehrerbietung und Lob empfängt. Doch Jesus ist mehr als ein Lehrer, Er ist der Sohn Gottes. Weil Nikodemus diese Einsicht fehlt, lässt der Herr sich nicht auf eine „schriftgelehrte“ Diskussion und den Austausch von Höflichkeiten ein. Stattdessen kommt Er sofort zum Kern der Sache: Nikodemus verpasst das Entscheidende, wenn er ausschließlich von den Lehren Jesu profitieren will. Um wirklich zu Gott zu kommen, muss er von neuem geboren werden, das heißt, er muss ein neues Leben von Gott bekommen, ein Leben, das grundlegend anders ist als das natürliche, von Geburt an sündige Leben. Dieses Leben kann sich niemand erarbeiten oder verdienen. Diese Erkenntnis muss der fromme Mann zunächst einmal verdauen. Aber Nikodemus hat sie verinnerlicht und schließlich die Konsequenz gezogen, sich eindeutig auf die Seite Jesu zu stellen! (vgl. Johannes 19,39.40).