
Das Evangelium nach Lukas …
… ist spätestens 60 n. Chr. geschrieben worden. Der Schreiber, Lukas, widmet seine Erzählung einem ansonsten unbekannten Griechen namens Theophilus und erklärt einleitend, dass er sorgfältig Nachforschungen angestellt und Augenzeugen befragt hat, um zuverlässig und wahrheitsgetreu berichten zu können.
Lukas beschreibt vieles, was die anderen Evangelien nicht erwähnen, darunter Einzelheiten zur Geburt Jesu, die Begegnung mit dem Zöllner Zachäus, das Gespräch mit dem reuigen Verbrecher am Kreuz sowie die Begebenheit mit den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus (Kap. 1; 2; 19; 23; 24). Als Arzt (Kolosser 4,14) hat er einen besonderen Blick für die Nöte und Leiden der Menschen. So berichtet er exklusiv von den Gleichnissen des barmherzigen Samariters und des verlorenen Sohnes (Kap. 10; 15). Er richtet sich vor allem an Nichtjuden. Deshalb erklärt er geografische und politische Zusammenhänge, etwa, dass Kapernaum „eine Stadt in Galiläa“ ist, und wer zu der Zeit herrschte, als Johannes der Täufer erstmals auftrat (Kap. 4,31; 3,1). Immer wieder betont Lukas, dass die gute Botschaft allen Menschen gilt: „Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist“ (Kap. 19,10).
Als Paulus um 64 n. Chr. seinen ersten Brief an Timotheus schreibt, zitiert er aus dem Lukasevangelium (1. Timotheus 5,18; Lukas 10,7). Das zeigt: Schon in dieser frühen Zeit war den Christen bewusst, dass das Lukasevangelium zur Heiligen Schrift und damit zum Kanon des Neuen Testaments gehört.