So Sonntag
25.
Jul Juli
Die Schar nun und der Oberste und die Diener der Juden nahmen Jesus fest und banden ihn; und sie führten ihn zuerst zu Annas, denn er war Schwiegervater des Kajaphas, der jenes Jahr Hoherpriester war. Kajaphas aber war es, der den Juden geraten hatte, es sei nützlich, dass ein Mensch für das Volk sterbe. Simon Petrus aber folgte Jesus und der andere Jünger. Dieser Jünger aber war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters.
Johannes 18,12–15

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Die Feinde Jesu haben gerade noch einmal erfahren, wer Jesus, der Nazaräer wirklich ist: der Sohn Gottes, der nur ein Wort zu sagen braucht - und sie fallen zu Boden. Zugleich haben sie gesehen, wie barmherzig Er ist: Er hat das Ohr von Malchus geheilt. Doch weder die Macht Jesu noch seine Gnade bewirken bei ihnen eine veränderte Haltung gegenüber Jesus.

Der Sohn Gottes wird festgenommen und gebunden - aber nur, weil Er es zulässt. Dreimal berichtet der Evangelist Johannes, dass die Führer der Juden Jesus greifen wollten, doch „niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war“ (Kap. 7,30; vgl. 7,44; 10,39). Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, führt man Ihn nun vor den Hohenpriester Annas.

Annas hatte früher einmal offiziell als Hoherpriester amtiert. Und auch jetzt stand er immer noch in hohem Ansehen. Doch inzwischen war Kajaphas, sein Schwiegersohn, von der römischen Besatzungsmacht als Hoherpriester eingesetzt worden. Dessen Ratschlag, dass ein Mensch für das Volk sterben solle, damit das ganze Volk verschont bleibt, wird hier noch einmal erwähnt (vgl. Kap. 11,50). So wird schon hier angedeutet, dass der Tod Jesu eine fest beschlossene Sache ist - egal, wie die Ergebnisse der folgenden Gerichtsverhandlungen ausfallen.

Die böse Absicht der religiösen Führer des Volkes benutzt Gott, um Menschen zu segnen: Der Tod Jesu bringt allen das Leben, die an Ihn glauben!