Fr Freitag
16.
Okt Oktober
„Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Befreiung auszurufen und Blinden das Augenlicht, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen das angenehme Jahr des Herrn.“ Und als Jesus das Buch zugerollt hatte, gab er es dem Diener zurück.
Lukas 4,18–20

Wir befinden uns in der Synagoge von Nazareth, der Heimatstadt des Herrn Jesus Christus. Gerade hat Jesus diese Worte aus der Buchrolle des Propheten Jesaja vorgelesen. Danach rollt Er das Buch zu und gibt es dem Diener zurück. - Das ist durchaus keine unbedeutende Zwischenbemerkung. Daraus wird nämlich klar, dass Jesus das Zitat aus Jesaja exakt an dieser Stelle abbricht.

Warum ist das so wichtig? Nun, bei Jesaja heißt es weiter: „… und den Tag der Rache unseres Gottes“! (Jesaja 61,2). Jesus ist bei seinem ersten Kommen auf die Erde aber nicht dazu gesandt, den „Tag der Rache“ einzuleiten oder als bevorstehend anzukündigen. - Dieser Tag wird allerdings noch kommen, wenn Christus in Macht und Herrlichkeit auf der Erde erscheint. Das Buch der Offenbarung spricht davon.

Es ist ein Wunder der Gnade, dass Jesus zunächst nur die „gute Botschaft“, „das angenehme Jahr des Herrn“, ausruft. Das ist die Zeit, in der das Evangelium von Jesus Christus, dem Retter, verkündigt wird. Unter der Gnade Gottes dauert diese Zeit bis heute an. Aber es ist nötig, dass wir dem Ruf des Herrn Folge leisten, damit wir vor dem „kommenden Zorn“ gerettet werden (1. Thessalonicher 1,10).

Wie umfassend ist die Heilsbotschaft Jesu für alle, die sie annehmen! Wer in Ketten der Sünde gefangen ist, der kann noch frei werden. Wer blind ist für seinen verlorenen Zustand und für die Liebe Gottes, der kann jetzt noch die rechte Sicht empfangen. Wer unter den Folgen der Sünde zerschlagen ist, der kann heute noch ein befreites Gewissen erhalten. - Wie lange wohl noch?