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Nov November
Pilatus schrieb aber auch eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus, der Nazaräer, der König der Juden.
Johannes 19,19

Bei den Römern war es Brauch, die Schuld eines Verurteilten auf eine Tafel zu schreiben. So ließ der römische Statthalter Pilatus über dem Kreuz Jesu die Aufschrift anbringen: „Jesus, der Nazaräer, der König der Juden“. Das entsprach der Anklage der jüdischen Führer, die sie gegen Jesus vorgebracht hatten. Wer ohne Zustimmung Roms Anspruch auf einen Königstitel erhob, galt als Aufrührer und wurde mit dem Tod durch Kreuzigung bestraft.

Aber wie verkehrt war es, den Herrn Jesus schuldig zu sprechen! Denn Jesus hatte Pilatus ja erklärt, dass „sein Reich nicht von dieser Welt“ war. Und Pilatus hatte seine Unschuld ausdrücklich festgestellt und gleich mehrfach öffentlich ausgesprochen. Er wusste genau, dass die Führer der Juden Jesus aus purem Neid aus dem Weg schaffen wollten (Johannes 18,36; Lukas 23,14.15.22; Matthäus 27,18).

Doch Pilatus gab dem Druck der Hohenpriester nach und verurteilte Jesus wider besseres Wissen. Ob er sich dafür mit der Inschrift über dem Kreuz revanchieren wollte? Tatsächlich beschwerten sich die Hohenpriester über den Wortlaut und forderten den Zusatz, dass Jesus nur gesagt habe, er sei König der Juden. Aber Pilatus antwortete schroff: „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben“ (Johannes 19,22).

Über allem stand Gott. Er sorgte dafür, dass bei allem Leid und aller Demütigung, die der Herr Jesus erfuhr, sein wunderbarer Name Jesus (= „Der HERR ist Rettung“) und sein rechtmäßiger Königstitel über dem Kreuz zu lesen waren. Der Heiland litt und starb, um für alle, die an Ihn glauben, das ewige Heil zu erwirken. Und einmal wird Er als „König der Könige und Herr der Herren“ auf der Erde erscheinen. Schließlich wird sich „jedes Knie“ vor Ihm beugen, und „jede Zunge“ wird bekennen, „dass Jesus Christus Herr ist“ (1. Timotheus 6,15; Philipper 2,10.11).