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Okt Oktober
Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden.
Apostelgeschichte 16,31

Wenn man das heute jemand sagt, hört man oft den Einwand: „Glauben heißt nicht wissen.“ Oder auch: „Glauben kannst du in der Kirche“, und man ergänzt unausgesprochen: „… aber im wirklichen Leben ist Wissen gefragt.“ Doch ist der Glaube, den die Bibel meint, so unsicher, so diffus?

In Nigeria sollte die Bibel in die Eingeborenensprache Ebira übersetzt werden. Dabei stellte das Wort „glauben“ die Übersetzer vor große Schwierigkeiten. Zunächst übersetzten sie es mit „zustimmend hören“. Doch als sie nachfragten, erkannten sie, dass diese Formulierung zu schwammig, zu wenig aussagekräftig war. So suchten sie weiter.

Dabei erfuhren sie Folgendes: Wenn ein Eingeborener einem Boten einen Geldbetrag gibt, der ihn an eine dritte Person weitergeben soll, das heißt, wenn man diesem Boten also vertraut, dann sagt man: „Du nimmst deine Leber und legst sie auf diese Person.“ Die Übersetzer wussten, dass in der Ebira-Sprache die Leber für die Persönlichkeit stand. Man sagte dort: „Meine Leber ist kaputt“, und meinte damit: „Ich bin traurig“; und wenn man sagte: „Meine Leber ist süß“, dann bedeutete das: „Ich freue mich.“ - Auch in unserem Sprachgebrauch wird die Leber manchmal als der Sitz der Empfindungen gesehen: Wenn wir „uns etwas von der Leber reden“, dann meinen wir damit, dass wir offen über das reden, was uns belastet, und uns so davon befreien.

„Glauben“ heißt also in der Ebira-Sprache: Du legst das, was dich ausmacht, auf eine andere Person. Ein starker Ausdruck dafür, dass du ihm bis zum Letzten vertraust.

Biblischer Glaube ist nicht seicht oder unbeständig, sondern tief und fest. „Glaube an den Herrn Jesus“ heißt also, Ihm mit jeder Faser des Herzens und mit der ganzen Überzeugung der Person zu vertrauen.