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Als aber der König hereinkam, um sich die Gäste anzusehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war.
Matthäus 22,11

Einladung zur Hochzeit (5)

Jetzt ändert sich die Perspektive des Gleichnisses – wir betreten den Hochzeitssaal. Die Gäste sind da, nun erscheint der König. Prüfend lässt er den Blick über seine Gäste schweifen. Da sieht er einen Menschen, der kein Hochzeitskleid angezogen hat.

Im Orient war es damals üblich, dass der Bräutigam die Gäste für die Hochzeitsfeier mit der entsprechenden Kleidung ausstattete. Alle sollten gleich schön aussehen, keiner sollte sich zurückgesetzt fühlen! Die Gäste mussten sie nur noch anziehen.

Doch da war einer, der es nicht für nötig befunden hatte, das Geschenk des Königs anzunehmen. Er trug seine eigene Kleidung. Frech – oder? In einem Sinn sogar frecher als die Ablehnungen der anderen! Dieser Gast wollte bei der Hochzeit dabei sein, wollte schlemmen und genießen – aber wollte es nach seinen eigenen Vorstellungen tun. Doch damit beleidigte er den König. Wie wird der darauf reagieren?

Wenn wir das Gleichnis deuten, dann nennen sich alle Gäste hier Christen. Viele von ihnen haben eingesehen, dass ihre eigene Rechtschaffenheit vor Gott nicht ausreicht. Deshalb haben sie das von Gott bereitgestellte Kleid angezogen, „die Gerechtigkeit aus Gott durch den Glauben“. Gott hat sie „bekleidet mit Kleidern des Heils“ und mit dem „Mantel der Gerechtigkeit“ (Philipper 3,9; Jesaja 61,10).

Doch es gibt andere, die sich ebenfalls Christen nennen. Sie sind religiös, keine Frage. Sie können eine Taufe, eine Kommunion oder Konfirmation, ja sogar ein christliches Leben vorweisen. Sie meinen, damit gut genug für den Himmel zu sein. Doch sie haben „sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen“ (Römer 10,3). Wird Gott sie annehmen?