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Folgetag
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in den Hof der Schafe eingeht, sondern woanders hinübersteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür eingeht, ist Hirte der Schafe.
Johannes 10,1.2

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Wie an vielen anderen Stellen in den Evangelien gebraucht der Sohn Gottes hier eine gleichnishafte Rede, um eine Wahrheit zu veranschaulichen. Es geht um das Bild eines Hirten und seiner Schafe, das seinen Zuhörern aus dem Alten Testament gut bekannt ist: Der HERR hat verheißen zu seinem Volk zu kommen und seine Herde wie ein Hirte zu weiden (Jesaja 40,10.11; Hesekiel 34). Und dieser Hirte ist jetzt in der Person Jesu mitten unter seinem Volk.

Doch bevor Christus erschien, waren Männer aufgetreten, die für sich beanspruchten, das Volk Gottes zu führen, die aber letztlich nur ihre eigenen Interessen verfolgen wollten. Darunter waren zum Beispiel Theudas, der sich rühmte, „dass er selbst jemand sei“, oder Judas der Galiläer, der „das Volk abtrünnig machte sich nach“ (Apostelgeschichte 5,36.37). Solche Männer waren nicht von Gott autorisiert, sie waren also nicht durch die von Gott bestimmte „Tür“ gekommen. Wie Diebe hatten sie sich heimlich hineingeschlichen, und wie Räuber hatten sie sich auf Kosten der Herde bereichert.

Im Gegensatz dazu kam Jesus Christus, der „Hirte der Schafe“, zum Volk Israel auf dem Weg, der von Gott bestimmt war. Die Verheißungen und Prophezeiungen hatten zum Beispiel davon gesprochen, dass Christus der Sohn einer Jungfrau sein und aus Bethlehem kommen würde (Jesaja 7,14; Micha 5,1). Diese und viele andere Prophezeiungen, die zu unterschiedlichsten Zeiten ausgesprochen worden waren, haben sich in Jesus Christus vollkommen erfüllt. In diesem Sinn war Er durch die „Tür“ (der biblischen Schriften) eingetreten, und somit war Er auch der von Gott anerkannte Hirte Israels.