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Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus.
Johannes 8,56-59

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Gott hatte Abraham auserwählt, um aus ihm eine unzählige Nachkommenschaft hervorkommen zu lassen – das Eigentumsvolk Gottes (5. Mose 7,6). Größer als dieser Patriarch war in den Augen der Juden niemand.

Der Herr zögert nicht, ihre Herausforderung in Bezug auf Abraham anzunehmen. Er lässt sie wissen, dass ihr Erzvater Abraham sich mit freudigem Verlangen danach gesehnt hatte, Christus als Herrscher auf dieser Erde zu sehen – und dass er es sah und sich freute. Das geschah natürlich im Glauben, aber seine Zuhörer fassen alles bloß physisch auf.

Wie so oft missverstehen die Zuhörer die Worte Jesu. Er spricht von Abraham, der den Tag Jesu sah, und sie denken, Jesus beanspruche, dass Er seinerseits Abraham gesehen habe. Dieses Missverständnis veranlasst den Herrn zu dem gewaltigen Ausspruch: „Ehe Abraham wurde, bin ich.“

Abraham „wurde“, das heißt, zu einem bestimmten Zeitpunkt begann seine Existenz. Dagegen heißt es über den Sohn Gottes „bin ich“ oder „ich bin“. Dieses „Ich bin“ hatten die Juden bereits schon einmal aus dem Mund Jesu gehört (V. 24), und sie kannten es aus 2. Mose 3,14: „Ich bin, der ich bin.“

„Ich bin“ steht für andauernde Existenz, für Un­ver­änder­lich­keit – für den ewigen Gott. Wie un­ver­gleich­lich größer ist Jesus von Nazareth als Abraham! Die Vortrefflichkeit des Sohnes Gottes beeindruckt uns und lässt uns Ihn bewundern.