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Jesus sagt: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht.
Johannes 8,34

Gefesselt

Eine mittelalterliche Sage erzählt von einem Schmied, der so ausgezeichnete Ketten schmieden konnte, dass es niemand gelang, sie zu sprengen. Der Schmied selbst war bärenstark und hatte schon so manche Kette zerbrochen, die andere geschmiedet hatten.

Eines Tages wurde der Schmied bei einem Diebstahl ertappt. Man nahm ihn gefangen und legte ihn in Ketten. Der starke Hüne sagte sich, er werde seine Fesseln schon sprengen und aus dem Kerker ausbrechen. Also machte er sich keine Sorgen – bis er sich die Kette genauer ansah. Da stellte er zu seinem Schrecken fest, dass sie von ihm selbst geschmiedet war! ­Allerbeste Qualität – die würde auch er nicht zerreißen können! Der Mann war in seiner eigenen Kette hoffnungslos gefangen.

Das ist ein passendes Bild für einen Menschen, der sein Leben ohne Gott führt. Er fragt nicht nach Gottes Willen, nicht nach seinen Maßstäben für Gut und Böse. Stattdessen er folgt einfach seinen Instinkten und Trieben, vertraut ganz auf sein eigenes moralisches Urteil und auf seine eigene moralische Kraft. Was sollte daran verkehrt sein? – Als Geschöpf ist der Mensch dem lebendigen Gott verantwortlich; er schuldet seinem Schöpfer Gehorsam. Doch durch seinen Eigenwillen schmiedet er Tag für Tag an einer Kette der Sünde und fügt Glied um Glied hinzu.

Dennoch lässt Gott den Menschen nicht gehen. Er lässt ihn spüren, dass die Kette der Sünde ihn gefangen hält und dass er sich selbst nicht daraus befreien kann. Deshalb bietet Er uns die Befreiung an – durch seinen Sohn Jesus Christus:

„Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.“ Johannes 8,36