Fr
18
Mai
Dann spricht Jesus zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus!
Matthäus 12,13

Strecke deine Hand aus! (5)

Ob der Mann versucht hat, Jesus sein Dilemma zu erklären? – Ich kann meine Hand doch nicht bewegen! Wie soll ich sie da ausstrecken? Erst musst du sie heilen, dann kann ich es tun! So wird das nichts! – Doch der Herr weiß, dass der Mann unfähig ist, und sagt dennoch: „Strecke deine Hand aus!“ Diese Aufforderung bedeutet: Glaube – und sei gehorsam! Vertraue meiner Macht! Und strecke aus, was dich hindert, was dich lähmt! Ich werde dir die Kraft dazu geben. Und so wirst du das Wunder erfahren.

So muss auch ich dem Herrn das bringen, was ich bereue und was mich lähmt: Schuld und Versagen, Eigensinn und Hochmut, böse Gedanken und verletzende Worte. Ich muss es ansprechen und aussprechen. Dann wird Er mir vergeben, und ich werde das Wunder der Reinigung erfahren.

Heute wird von Fachleuten oft geraten: Baue deine Stärken aus! Und in den meisten Fällen mag das auch richtig sein. Aber darf ich das auch in meiner Beziehung zu Gott versuchen? Dann bin ich vielleicht stolz auf mein Können, meine Disziplin und meine guten Werke. Meine Fehler und Schwächen dagegen verharmlose ich. Und alles andere bessere ich hier und da ein wenig aus. Dann meine ich, ich würde Gott genügen – und bin in Wirklichkeit doch weiter von Ihm entfernt als je zuvor!

Jesus sagt: „Strecke deine Hand aus!“ Er will nicht meine vermeintlich angenehme und freundliche Seite sehen, Ihn interessiert meine dunkle und peinliche Seite. Er will mein Versagen und meine Schuld hören – und mir dann vergeben. Habe ich den Glauben, die Hand auszustrecken? Bin ich bereit, zu gehorchen? Beides ist nötig, wenn meine Sache mit Gott in Ordnung kommen soll.

Der Kranke hört: „Strecke deine Hand aus!“ – Was wird er tun?