Mi
16
Mai
Und Jesus sprach zu ihnen: Welcher Mensch wird unter euch sein, der ein Schaf hat und, wenn dieses am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreifen und aufrichten wird?
Matthäus 12,11

Strecke deine Hand aus! (3)

Da steht der Mann mit der verdorrten Hand – für alle sichtbar. Und die Schriftgelehrten haben ihre Frage gestellt – für alle hörbar. Und was macht der Herr Jesus? Er erzählt ihnen eine kleine Geschichte!

Erstaunlich, berührend! Bevor Er das Wunder tut und den Kranken heilt, zeigt Er ihnen ein Bild aus ihrem Leben. Oft tut Jesus Wunder und erklärt sie hinterher. Hier ist es umgekehrt: zuerst das Gleichnis, dann das Wunder. Der Herr Jesus will ja nicht nur ein Wunder wirken, sondern will ihre Herzen erreichen, will sie für seine Botschaft empfänglich machen. Wunder sind für Ihn keine reine Machtdemonstration, auch kein Selbstzweck; Wunder sollen Menschen dazu bringen, in Ihm den Sohn Gottes zu erkennen (Matthäus 14,33). Wunder sollen Gott groß machen!

Das Bild, das Er erzählt, ist aus dem Leben gegriffen: ein Mann, ein Schaf, eine Grube. Es gibt nur dieses eine Schaf, und es fällt in die Grube. Muss es umkommen, weil zufällig Sabbat ist? Wie soll der Mann sich verhalten? Seine Zuhörer kennen die Antwort, aber sie schweigen (Markus 3,4). Natürlich würde jeder von ihnen sein einziges Schaf retten, auch wenn er dabei den Sabbat brechen müsste!

Der Herr Jesus benutzt oft das Bild eines Schafes, das verloren ist und gerettet wird. Es ist ein einfaches Bild, das jeder verstehen kann. In Lukas 15,4 sind es 100 Schafe, und eins von ihnen geht verloren; da geht der Hirte „dem verlorenen nach, bis er es findet“. Und in Johannes 10,11 sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“