So
14
Jan
Jesus sprach nun zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Der königliche Beamte spricht zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.
Johannes 4,48-50

Gedanken zum Johannes-Evangelium

Als der königliche Beamte sich wegen seines tod­kranken Sohnes an Christus wendet, erwartet er ohne Zweifel eine positive Antwort von Ihm. Doch stattdessen bekommt er einen Tadel zu hören. Will der Herr ihn abweisen? Nein, Er stellt den Bittsteller nur auf die Probe: Wie steht es mit seinem Glauben? – Der Beamte lässt nicht locker. Ohne auf die Antwort Jesu einzugehen, bleibt er bei seiner Bitte. Er meint es ernst. „Herr“, so lautet seine respektvolle Anrede, „komm herab.“

Um von Kana (ca. 300 Meter über N.N.) nach Kapernaum (ca. 200 Meter unter N.N.) zu gehen, muss man etwa 500 Höhenmeter „herab“steigen. Insofern hat das Herabsteigen einen ganz natürlichen Sinn. Doch erinnert das „Herabkommen“ nicht zugleich an Gottes barmherziges Handeln mit den Menschen? Schon damals, als das Volk Israel unter der Knechtschaft in Ägypten litt, war Gott „herabgekommen“, um es zu befreien (2. Mose 3,8). Jetzt wird der vom Himmel gekommene Sohn Gottes in das Elend einer Familie gerufen.

Erneut wird der Glaube des besorgten Vaters auf die Probe gestellt. Der Herr will zwar retten und heilen, macht hier aber den Glauben an sein Wort zur Bedingung für den Segen. Jesus selbst würde nämlich gar nicht nach Kapernaum gehen müssen; doch Er versichert dem Mann, dass sein Sohn lebe. Wird nun der Mann dem Wort Jesu glauben, bevor er die zugesicherte Heilung gesehen hat?

Der königliche Beamte besteht die Prüfung. Er glaubt dem Wort und wird für seinen Glauben belohnt.

„Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!“ Johannes 20,29