So Sonntag
30.
Jun Juni
Und sogleich nötigte Jesus seine Jünger, in das Schiff zu steigen und an das jenseitige Ufer nach Bethsaida vorauszufahren, während er die Volksmenge entlässt. Und als er sie verabschiedet hatte, ging er hin auf den Berg, um zu beten. Und als es Abend geworden war, war das Schiff mitten auf dem See und er allein auf dem Land.
Markus 6,45–47

Gedanken zum Markus-Evangelium

Der Herr hat auf wunderbare Weise eine große Volksmenge mit Brot und Fisch versorgt, so dass schließlich mehr übrig geblieben ist, als anfänglich vorhanden war. Aus dem Johannes-Evangelium erfahren wir, dass die Anwesenden von diesem Wunderzeichen so sehr beeindruckt sind, dass sie Jesus zum König machen wollen (vgl. Johannes 6,15).

Möglicherweise ist das der Grund, warum Jesus seine Jünger sogleich nötigt, mit dem Schiff ans andere Ufer vorauszufahren. Denn auch sie hoffen darauf, dass Er Israel von der römischen Besatzungsmacht befreit. Doch für Ihn ist diese Zeit noch nicht gekommen - vorher muss Er sterben, um „sein Volk zu erretten von ihren Sünden“ (Matthäus 1,21).

Jesus entlässt die Volksmenge und geht auf den Berg, um zu beten. Was beschäftigt Ihn? Denkt Er an die vielen Menschen, die Er belehrt und gesättigt hat, die aber nicht zum lebendigen Glauben an Ihn durchdringen, weil sie nur äußerlich von Ihm profitieren wollen? Oder sind es seine Jünger, die Ihm besonders am Herzen liegen? Sie haben gerade wieder seine Allmacht erlebt, sind aber „nicht verständig geworden“ (Markus 6,52). Wegen ihrer verhärteten Herzen rechnen sie oft nicht mit seiner Hilfe - auch jetzt nicht, wo sie im Dunkeln auf dem See unterwegs sind und hart rudern, weil es so stürmisch geworden ist.

Jesus betet! Das berührt uns. Er, der Sohn Gottes, dem alle Macht gegeben ist, ist zugleich der vollkommene Mensch, der in ununterbrochener Verbindung mit seinem himmlischen Vater lebt.