Sa Samstag
29.
Jun Juni
Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.
Johannes 19,30

Es ist vollbracht!

Als Übersetzer in Nigeria eine alte Bibelübersetzung in der Sprache der Ebira überprüften, entdeckten sie, dass der Ausruf, den Jesus am Kreuz tat, dort übersetzt war mit: „Es ist zu Ende.“ Das aber wurde von den Lesern verstanden als: „Es ist aus und vorbei.“ Nach dieser Übersetzung beklagte Jesus hier sein Scheitern. Doch das ist nicht der Sinn des griechischen Wortes im Grundtext.

„Es ist vollbracht!“ ist ein Siegesruf. Der Ausruf beklagt nicht ein Unglück oder gesteht ein Versagen ein, nein, das Gegenteil: Das Ziel ist erreicht, eine Schuld ist bezahlt, am Ende einer Schlacht ist der Sieg vollbracht.

In der überarbeiteten Fassung der Ebira-Bibel steht heute an dieser Stelle: „Ich habe es jetzt endlich zu Ende gebracht!“ Und das bedeutet: „Es ist vollbracht!“: Es ist das triumphale Ende der drei Stunden, in denen Jesus von Gott verlassen war, weil der Ihn dort für das bestrafte, was wir Menschen verdient hatten. Siegreich rief Jesus aus: „Es ist vollbracht!“, denn nun war die Erlösung, die Gott von Anfang an geplant hatte, vollbracht und der Weg zu Gott war frei.

Bis heute wird die Bibel in fremde Sprachen übersetzt, um allen Menschen den Rettungsplan Gottes bekanntzumachen. Dabei haben es Bibelübersetzer nicht immer einfach. Manchmal muss erst eine Schriftsprache entwickelt werden, manchmal fehlen entsprechende Worte in der Fremdsprache usw. Das Wichtigste beim Übersetzen sind zwei Dinge: dass man die Botschaft Gottes im Gesamtzusammenhang versteht und dass man einen Blick für die Details und Feinheiten hat. Denn bei Gott hat jedes „Jota“ und jedes „Strichlein“ (jeweils kleinster Buchstabe im griechischen bzw. hebräischen Alphabet) seinen Sinn und seinen Platz (Matthäus 5,18).