So Sonntag
9.
Jun Juni
Und sie fuhren mit dem Schiff weg an einen öden Ort für sich allein; und viele sahen sie abfahren und erkannten sie und liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor. Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie, weil sie wie Schafe waren, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren.
Markus 6,32–34

Gedanken zum Markus-Evangelium

Nachdem die Jünger den Auftrag ihres Herrn, zu predigen und Dämonen auszutreiben, ausgeführt haben, gönnt Er ihnen etwas Ruhe. Doch sie finden nicht einmal Zeit, um zu essen - wo der Herr ist, da ist ein Kommen und Gehen. Deshalb fahren sie mit einem Schiff an einen anderen Ort, um dort allein zu sein. Doch selbst dort kommen sie nicht zur Ruhe, weil die Menschen Jesus ständig auf den Fersen sind. Immerhin bietet ihnen die Schifffahrt die Möglichkeit, für eine kurze Zeit für sich allein zu sein. Das ist dem Herrn offensichtlich wichtig.

Wenn uns die Menschen derart penetrant folgen würden, wie sie damals Jesus folgten, ständen wir in Gefahr, entweder unsere Beliebtheit zu genießen und stolz zu werden oder aber ungehalten zu reagieren. Doch beides ist dem vollkommenen Diener, Jesus, fremd - Er ist „innerlich bewegt“ über die Volksmenge. Er sieht ihre Situation und hat Mitleid ihnen.

Seit jeher ist Israel die Herde Gottes gewesen und Gott selbst ihr Hirte (vgl. Hesekiel 34,11). Jetzt ist Er in der Person seines Sohnes zu seinem Volk gekommen. Die Führer des Volkes dagegen, die sich selbst als Hirten sehen, gleichen eher den Wölfen, denn sie sind nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und berauben das Volk.

Wie ganz anders handelt der Herr! Er hat immer Zeit für die Menschen und kümmert sich zuallererst um ihre Seelen, indem Er anfängt, sie „vieles zu lehren“. - Gesunde biblische Belehrung ist bis heute die beste Weide und zugleich Führung für die Gläubigen.