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31.
Mai Mai
Wenn ihr um etwas bitten werdet in meinem Namen, werde ich es tun.
Johannes 14,14

Szenen aus Johannes - Der Kranke am Teich

Festzeit in Jerusalem - die Bibel erzählt uns nicht, welches Fest gefeiert wird. Doch Jesus und seine Jünger reisen wie selbstverständlich wieder nach Süden in die Hauptstadt, um an diesem Fest teilzunehmen.

In Jerusalem liegt ein Teich mit dem Namen Bethesda, der von fünf Säulenhallen umgeben ist (Johannes 5,1–9). Ein geheimnisvoller Ort, denn immer, wenn Gott einen Engel vom Himmel schickt, um das Wasser zu bewegen, erhält es für denjenigen heilkräftige Wirkung, der als Erster danach im Teich badet. Klar, dass die Säulenhallen von Kranken bevölkert sind. Jeder von ihnen hofft leidenschaftlich, einmal als Erster im Wasser zu sein und gesund zu werden.

Dort liegt ein Mann seit 38 Jahren. 38 Jahre zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Jesus zeigt großes Mitleid und fragt den Mann: „Willst du gesund werden?“ Eigentlich eine merkwürdige Frage! Natürlich will er gesund werden - sonst läge er nicht am Teich, oder? Doch anscheinend steckt mehr dahinter. Da hat jemand Interesse für ihn. Ein Hoffnungsschimmer: Will ihm wirklich jemand helfen, gesund zu werden? Ach nein, das kann nicht sein. Deshalb antwortet der Kranke: „Ich habe keinen Menschen, der mir helfen kann!“ Doch - hat er! Nämlich genau in diesem Moment. Der Herr sagt zu ihm: „Nimm deine Schlafmatte, steh auf, geh!“ Und genau das geschieht.

Eins wollen wir nicht übersehen: Wenn Jesus den Kranken fragt: „Willst du gesund werden?“, dann wartet der Herr auf eine Initiative vonseiten des Hilfsbedürftigen. Genauso wartet Er auch bei uns darauf, dass wir zu Ihm kommen und Ihn bitten. Gerade auch dann, wenn unser Leben durcheinander zu sein scheint. Zweifeln wir nicht: Er kann und will helfen!