So Sonntag
12.
Mai Mai
Als ein geeigneter Tag kam, als Herodes an seinem Geburtstag seinen Großen und den Obersten und den Vornehmsten von Galiläa ein Gastmahl gab und ihre, der Herodias, Tochter hereinkam und tanzte, gefiel sie Herodes und denen, die mit zu Tisch lagen. Der König sprach zu dem Mädchen: Erbitte von mir, was irgend du willst, und ich werde es dir geben. Und er schwor ihr: Was irgend du von mir erbittest, werde ich dir geben, bis zur Hälfte meines Reiches. Und sie ging hinaus und sagte ihrer Mutter: Um was soll ich bitten? Diese aber sprach: Um das Haupt Johannes’ des Täufers. Und sie ging sogleich mit Eile zu dem König hinein und bat und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale das Haupt Johannes’ des Täufers gibst.
Markus 6,21–25

Gedanken zum Markus-Evangelium

Herodes Antipas und Johannes der Täufer - zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine ist von den Römern zum Herrscher über Galiläa und Peräa bestimmt worden, der andere ist von Gott als Prophet berufen. Herodes lebt in Ehebruch, Johannes der Täufer dagegen ist ein „gerechter und heiliger Mann“ (Vers 20), der in Ehrfurcht vor Gott lebt und den Mut hat, Herodes auf seine Sünde anzusprechen. Herodes ist von Menschenfurcht getrieben - er hat zwar Respekt vor Johannes, will aber zugleich der Herodias gefallen, deshalb lässt er Johannes gefangen nehmen. Auch jetzt, als er seinen Geburtstag feiert und vornehme Gäste anwesend sind, zeigt er sich allen gefällig. Mehr noch: Als die Tochter der Herodias seine Augen in ihren Bann zieht, prahlt er mit seiner Freigebigkeit. Doch dass diese junge Frau den Kopf von Johannes dem Täufer fordert - damit hat Herodes nicht gerechnet.

Kommt uns dieses Verhaltensmuster nicht bekannt vor? Männer neigen oft dazu, schwach zu werden, wenn sie schöne Frauen sehen. Und wenn es darum geht, großzutun, sind sie auch schnell dabei. Andererseits neigen Frauen dazu, nachtragend und manchmal sogar skrupellos zu sein, wenn sie sich verletzt fühlen.