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6.
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So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.
Johannes 1,12

Nicht Fußschemel, sondern Kind Gottes!

Meine Mutter kam in Deutschland zur Welt. Sie wurde christlich erzogen und wusste, dass sie eine Sünderin war. Oft betete sie ein Gebet, das man ihr als Kind beigebracht hatte: „Herr, bring mich in den Himmel - und wenn es nur als Fußschemel ist -, aber wirf mich nicht in die Hölle!“ Sie sehnte sich nach Frieden, fand ihn aber nicht. Ein Schulfreund lud sie ein, nach Amerika zu kommen. Sie fand Arbeit auf einem Ozeandampfer, kam nach Boston, heiratete, zog nach Kalifornien. Doch all das veränderte sie nicht. Noch immer betete sie: „Herr, bring mich in den Himmel - und wenn es nur als Fußschemel ist!“ Gleichzeitig hatte sie Angst, dass Gott sie einmal abweisen würde.

Eines Tages hängte Mutter Wäsche auf und sang dabei ein Lied auf Deutsch. Eine überraschte Nachbarin antwortete ihr ebenfalls auf Deutsch. Eine herzliche Freundschaft begann und wenig später lud die Nachbarin meine Mutter zu einer Bibelstunde in ihr Haus ein. Bald wurde diese Zeit ein wichtiger Teil ihres Lebens. Doch eines Tages klappte sie frustriert die Bibel zu und sagte: „Es hat keinen Sinn, weiterzumachen. Ich bin zu schlecht!“ Die Nachbarin antwortete: „Wunderbar!“ Meine Mutter erwiderte: „Wie kannst du so etwas sagen! Du weißt ja gar nicht, wie ich leide.“ Da konnte die Nachbarin meiner Mutter von dem erzählen, der sie liebt und alles für sie getan hat.

Meine Mutter brachte ihr Leben vor Gott in Ordnung. Damit war auch ihre Suche beendet. Nun wünschte sie sich nicht mehr, nur ein Fußschemel im Himmel zu sein - jetzt wusste sie, dass sie ein Kind Gottes war und dass sie einmal im Haus des Vaters zu Hause sein würde.