So Sonntag
5.
Mai Mai
Er, Herodes, hatte nämlich hingesandt und Johannes greifen und ihn im Gefängnis binden lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte. Denn Johannes hatte Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben. Herodias aber trug es ihm nach und wollte ihn töten, und sie konnte nicht; denn Herodes fürchtete Johannes, da er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und er verwahrte ihn; und wenn er ihn gehört hatte, so tat er vieles, und er hörte ihn gern.
Markus 6,17–20

Gedanken zum Markus-Evangelium

Herodes Antipas hat von Jesus und dessen Wunderwerken gehört. Da er Ihn aber nicht weiter kennt, vermutet er, Johannes der Täufer, den er hat umbringen lassen, wäre auferstanden. Jetzt hören wir die Geschichte seiner Sünde:

Herodes hatte Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, geheiratet. Dafür hatten sie sich von ihren vorigen Ehepartnern scheiden lassen, wie der jüdische Historiker Josephus berichtet. Doch das war und ist in Gottes Augen Ehebruch. Wegen dieser Sünde hatte Johannes der Täufer den König klar und deutlich zurechtgewiesen.

Herodias war über den Tadel des Johannes mehr erbost als Herodes selbst. Sie wollte Johannes gleich umbringen lassen, doch Herodes ließ ihn erst einmal gefangen nehmen. Sein Gewissen zeigte noch positive Regungen, denn er hatte großen Respekt vor Johannes. Er war davon überzeugt, dass Johannes „ein gerechter und heiliger Mann war“. Deshalb hörte er ihm gern zu und ließ gute Taten folgen.

Doch dann zeigte sich sein wahrer Charakter: Er gehörte zu den Doppelherzigen. Zum einen konnte er nicht von der Frau lassen, zum anderen wollte er auch gern Johannes dem Täufer gefallen. So hinkte er „auf beiden Seiten“, wie der Prophet Elia es einmal dem Volk Israel vorwerfen musste (1. Könige 18,21). Dieser Zerreißprobe hält auf Dauer niemand stand, auch nicht Herodes, wie uns der weitere Verlauf der Geschichte zeigt.