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29.
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Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind.
Römer 8,28

Nicht Strafe, sondern Liebe

Harold Hestekind (1916-1998) war als Missionar in China. Eines Tages fuhren er und seine Frau mit den Fahrrädern in Shanghai eine viel befahrene Straße entlang. Plötzlich schrie seine Frau. Als er sich umdrehte, sah er, dass sie gestürzt und unter einen Bus geraten war. Er konnte nur noch beten: „O Gott, halte den Bus an!“ Der Bus kam zum Stehen - die Hinterräder direkt hinter seiner Frau.

Die Polizei nahm den Unfall auf und seine Frau kam ins Krankenhaus, wo man eine schwere, aber nicht lebensbedroh­liche Kopfverletzung feststellte. Hestekind durfte sie begleiten, sollte sich danach aber auf der Polizeiwache melden. Auf dem Weg dorthin dachte er über den oben zitierten Bibelvers nach. Er fragte sich, was aus diesem Unfall Gutes herauskommen könnte.

Auf der Wache saß der übermüdete chinesische Busfahrer. Ein Polizist sagte zu Hestekind: „Der Fahrer ist für den Unfall verantwortlich. Wenn Sie das hier unterschreiben, wird er bestraft werden.“ Der Missionar blickte in das blasse Gesicht des jungen Fahrers. Es war in der Tat sein Fehler - doch Hestekind dachte an Jesus Christus, seinen Meister, und sagte: „Nein, er soll nicht bestraft werden. Lassen Sie ihn frei gehen. Und sorgen Sie bitte dafür, dass er seine Arbeit nicht verliert.“ Einen Moment starrte der Busfahrer ihn an. Dann sprang er auf und rief: „Jetzt begreife ich es. Alle meine Angehörigen sind Christen. Doch bis jetzt sah ich nichts Anziehendes im Christentum. Jetzt weiß ich es: Es ist die Liebe! Noch heute will ich Christ werden.“

Alle sahen Hestekind an, der nun auf einer Polizeistation in China von Jesus Christus zeugen konnte. Eine einzigartige Gelegenheit!