Mo Montag
23.
Jan Januar
Ist für den HERRN eine Sache zu wunderbar?
Beharrlich habe ich auf den HERRN geharrt, und er hat sich zu mir geneigt und mein Schreien gehört.
1. Mose 18,14; Psalm 40,2

Loslassen

Julian hat gerade erst gelernt, seine Schuhe zu binden. Heute werden seine kleinen Finger mit den Knoten vom Vortag einfach nicht fertig. Seine Schwester rät ihm: „Geh zu Mama!“

Julian geht zur Mutter und zeigt ihr die verknoteten Schnürsenkel. Dabei lässt er den Schuh aber nicht los, obwohl die Mutter ihn dazu auffordert. Stattdessen zieht der Knirps so heftig daran, dass sich die Knoten noch fester zusammenziehen. Die Mutter lässt ihn gewähren und denkt: „Diese Erfahrung muss er jetzt selber machen.“

Nach einer Weile wird Julian ungeduldig. „Lass mal, ich schaff das schon!“, sagt er zu seiner Mutter und verschwindet mit dem Schuh.

Zu seiner erstaunten Schwester sagt der Kleine trocken: „Mama hat mir nicht geholfen.“

Verhalten wir uns nicht manchmal wie dieser kleine Junge? Vielleicht beten wir zu Gott in einer Schwierigkeit. Aber im Grunde wollen wir die Angelegenheit lieber selbst regeln. Auf diese Weise hindern wir Ihn jedoch daran, uns zu helfen, und machen es nur noch schlimmer.

Gott will viel mehr sein als nur unser Problemlöser! Er wirbt um unser ganzes Vertrauen: „Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deine Augen Gefallen haben an meinen Wegen“ (Sprüche 23,26). Dazu müssen wir allerdings einsehen, dass wir auf Gott und seine Gnade angewiesen sind. Er will so gern unser Leben ganz neu ausrichten und es mit Sinn und Hoffnung füllen. Das tut Er, sobald wir Ihn darum bitten und unseren Stolz und Eigenwillen aufgeben.

Loslassen, aufgeben, kapitulieren - das fällt uns Menschen so schwer. Meinen wir etwa, wir wüssten und könnten es besser als Gott?