Mo Montag
15.
Aug August
Der Hochmut umgibt sie wie ein Halsgeschmeide.
Psalm 73,6

Das Halsband des Lambert von Oer

Im Münsterlandmuseum auf der mittelalterlichen Burg Vischering in Lüdinghausen ist ein sehr interessantes Halsband ausgestellt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um ein Schmuckstück, sondern um ein trickreiches Folterwerkzeug. Es ist aus Eisen gefertigt und hatte einmal ein Gewicht von 2,5 Kilogramm. Bei einem Durchmesser von nur 13 Zentimetern machten vier Stacheln, die an der Innenseite angebracht sind, dem unfreiwilligen Träger jede Bewegung zu einer Qual.

Im Jahr 1520 wurde dieses Halsband dem alten Ritter Lambert von Oer von seinen Gegnern umgelegt, die ihm einen Betrug vorwarfen. Da der Schmied in Lüdinghausen nicht in der Lage war, die komplizierte Vorrichtung zu öffnen, musste der Ritter von Oer nach Münster ziehen, um von der schmerzhaften Last befreit zu werden.

Unser Bibelwort spricht von gottlosen Menschen, die sich in ihrem Übermut und in ihrem Hochmut von Gott und von seinen Geboten losgesagt haben. Jetzt fühlen sie sich frei - völlig frei, alles das zu tun, was ihnen gerade gefällt. Sie müssen ja niemand Rechenschaft ablegen; so meinen sie jedenfalls.

Doch die Sünde legt sich wie ein Band um den Hals der Menschen. Das Tragische dabei ist: Viele meinen noch, das würde ihnen gut stehen. Anders als Lambert von Oer fühlen sie die Stacheln und das Gewicht des Halsbands nicht. Und im Gegensatz zu diesem Ritter wollen sie auch gar nicht frei werden. Manchmal dauert es viele Jahre, bis ein Mensch die Sünde und ihre Folgen als schmerzlich empfindet.

Vielleicht kann diese Beispielgeschichte dem einen oder anderen bewusst machen, wie trügerisch das „Halsband“ der Sünde ist, so dass er sich rechtzeitig nach Befreiung ausstreckt.